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Gedichte > Gedichte 2002
30.10.2002
Vater
Komme du Reich des Kindes.
Geöffnete Arme strecken sich mir entgegen.
Starr bleibe ich stehen.
Wie der Nordwind in Kraft seine Kälte über die Berge treibt.
Ungeschützt und machtlos verharre ich.
Das Geheimnis gräbt sich tief in mir hinein.
Es macht mich Willenlos für ein Leben im Neuen.
Angstschweiß der Tränen laufen über meine Seele.
Rede doch, Rede doch gib Antwort.
Vater und Mutter zugleich.
Fragen über Fragen bilden sich zu einer Schreckens Gestalt.
Keine Antwort, kein Reden ich laufe weg.
Hinein in die Natur des Tränengrabens.
Eltern finden sich die fragen.
Wo, wo ist das zertrümmerte Fenster deiner Seele.
Das gläserne knirscht, die Trümmer sind ja da.
Komm mein Kind siehe doch hin -
Kein Blut des Todes rinnt an dir hin.
Warm, freudig und hell sind deine geöffneten Arme.
Mein Kopf ist nicht geneigt hin zum Tränengraben.
Teil zu Teil setzt sich durch Dich zusammen.
Gnadenstrom fließe und taue auf mein Herz hin zu dir.
Die Stille, das Leid, die Arbeit, all das ist nicht umsonst gewesen.
Ein Hauch von oben taut mich auf.
Die Sprünge im Fenster verdecken den Blick zu dir und zum Vater.
Die Jahre geben Einsicht und Frieden.
Ich will Kind sein, nicht nur im Traum.
Laufen, hin zu dir.
AK