Hauptmenü
Film und Theater
Lars von Trier - Antichrist
RONNY FEIGENSPAN - Lars von Trier liefert mit 'Antichrist' den schlechtesten Film seiner Karriere und den frauenfeindlichsten Film des Jahres ab. Wunderschöne Wald-Aufnahmen können daran nichts ändern.
Bereits bei seiner Aufführung im offiziellen Wettbewerb in Cannes löste der Beitrag des ansonsten gefeierten Autorenfilmers Lars von Trier bei den Zuschauern nur höhnisches Gelächter und Buhrufe aus. Der Regisseur konnte den Fragen der Journalisten nur hilflos entgegnen: "Ich habe den Film nicht für Sie oder ein Publikum gemacht, ich glaube daher nicht, dass ich irgend jemanden eine Erklärung schulde“.
'Böse Frau’
Die Story des Films ist kurz erzählt: Der Sohn eine Paares (gespielt von Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe) stirbt. Aufgrund des Ereignisses ist sie traumatisiert. Er ist Psychotherapeut, rät ihr jedoch vom Gebrauch hilfreicher Medikamente ab. Stattdessen begeben sich beide in eine Hütte im Wald. Dort entwickelt sie eine Psychose.
Es stellt sich heraus, dass sie am Tod des Sohnes nicht ganz unschuldig ist. Von Reue geplagt identifiziert sie sich immer mehr mit dem "Bösen“ der Weiblichkeit, mit den "Hexen“ der Geschichte. Die weibliche Natur wird zu Satans Kirche. Infolge dessen foltert sie als Racheengel ihren Mann und erklärt sich selbst zum Opfer der von Männern geschriebenen Historie.
Explizite Sex- und Gewaltszenen
Lars von Trier gibt sich mit dieser verquasten Geschichte jedoch nicht zufrieden und stilisiert den Film auch noch zum Tabubruch. Die Verstümmelung sowohl weiblicher, als auch männlicher Genitalien ist in Nahaufnahme zu sehen. Das gab es im ernsthaften Kino noch nicht.
Darüber hinaus lassen auch die Folterbilder nichts an in Szene gesetzter Gewalt aus. Wenn Lars von Trier die Hoffnung hatte, sich damit in die Reihe von modernen Klassikern wie Nagisa Oshima ('Reich der Sinne', 1976) und Takashi Miike ('Audition', 1999), die Sex und Gewalt offen gezeigt haben, einzureihen, dürfte er enttäuscht sein. Im Rahmen seiner frauenfeindlichen Geschichte sind derartige Aufnahmen einfach nur überflüssig.
Der Regisseur und Autor selbst gibt im Presseheft zur Auskunft, dass das Drehbuch aus einer Depression heraus entstanden ist. Vielleicht sollten Depressive ebensowenig schreiben, wie Bekiffte malen sollten (klinische Studien belegen das). Lars von Trier ist mit 'Antichrist' sicherlich einer der schlechtesten Filme des Jahres 2009 und ein würdiger Anwärter auf die "Goldene Himbeere“ gelungen.
Hervorragende Kameraarbeit
Leider gibt es zu diesem Film auch etwas Positives zu sagen. Die Leistung des Kameramanns Anthony Dod Mantle ist herausragend. Selten hat man so prägnante und beeindruckend schöne Bilder von der Angst, die einem im Wald überfallen kann, gesehen. Es ist bedauerlich, dass sie in so einem schlechten Film verwendet werden.
Für die Kameraarbeit:
1 von 5 Sternen
Regie: Lars von Trier
Darsteller: Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe
Laufzeit: 109 Minuten
Filmstart: 10. September 2009
© Dnews.de/Ronny Feigenspan
Quelle: www.dnews.de
Untermenü