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Gedichte > Gedichte 2006
Kempten 29.08.2006
Enge
Der Strauch erscheint im alten Grün,
noch belebt ist er durch seine alten saftig grünen Blätter.
Hört er mich?
Wiegend atmet der Strauch in mir.
Winkt mir zu, sanft schaukelnd mit seinem Blattwerk.
Vögel erinnern an Freiheit und Kindlichkeit.
Wie unbeschwert, ja tänzerisch schwingen sie von Ast zu Ast.
Heimatlosigkeit knistert in mir.
Wie ein Brett durchsetzt mit Moder und verrosteten Nägeln erscheint mein Gefühl.
Zurück denke ich...
Doch ich finde nicht den leisen Wind wo ich mich geborgen fühlte.
Erschwert wie ein Stein und Durchbohrt sein, fühle ich im Bauch.
Die Erinnerung ist blass.
Ich erschrecke...
Wieder und wieder kracht es in mir.
Schallt es, knallt es.
Ketten, Türen, Stimmen, es weiß nicht in mir,
doch mein hören ist da.
Schleppe ich ein Kettenrasseln hinter mir her?
Rotes Blut fließt und fließt durch enge Adern...,
bleischwer mein Magen.
Ich gehe ins Haus...
Ein Haus mit dünnen Plastikwänden, kein Lichtglanz erstrahlt.
Kein lauer Wind.
Kein platz mit wohl duftenden grünen Gras.
Krachend zersplittern die Plastikwände.
Kein Platz mit sanften warmen Wind,
ein grüner Hügel mit wohlriechendem Gras.
Ich gehe weiter mit aller Kraft.
AK