Magazin Denkausbruch


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Praxis-Leitlinie

7.7 Geschlechtsspezifische Aspekte

Veränderung klinischer Symptome bei Frauen mit Schizophrenie

(160) Empfehlungsgrad B/C.
Menstruationszyklus, Schwangerschaft, Postpartalperiode und Menopause führen zu hormonellen Umstellungen, die mit einer Veränderung der klinischen Symptomatik bei Frauen mit Schizophrenie einhergehen und eine Veränderung der Medikation und der Dosis erfordern können. Während dieser Zeit sollte die Entwicklung der klinischen Symptome besonderes beobachtet werden. In der präund perimenstruellen Phase kann eine temporäre Erhöhung der Medikation, in der Mitte des Zyklus eine Dosiserniedrigung erforderlich sein.

Adjuvante Östrogentherapie

(161) Empfehlungsgrad C.
Eine adjuvante Östrogentherapie bei postmenopausalen Frauen mit Schizophrenie sollte erwogen werden, wenn sie auch medizinisch indiziert ist, da hierdurch klinische Symptome gebessert werden, die Antipsychotika-Dosis ernierigt und das Risiko für Spätdyskinesien vermindert werden kann.

Brustkrebs-Screening

(162) Empfehlungsgrad C.
Bei Frauen mit Schizophrenie sollte ein regelmäßiges Screening auf Brustkrebs erfolgen.

Erfassung medikamentöser Nebenwirkungen

(163) Empfehlungsgrad C.
Außerdem sollte eine regelmäßige Erfassung und Behandlung insbesondere folgender medikamentöser Nebenwirkungen stattfinden: Hyperprolaktinämie, Galaktorrhoe, andere Zyklusstörungen, sexuelle Dysfunktion, Libidoverlust, Dyslipidämie und Störungen des Glucose-Stoffwechsels.

Empfängnisverhütung

(164) Empfehlungsgrad C.
Frauen mit Schizophrenie sollten regelmäßig über Methoden der Empfängnisverhütung informiert werden.

Missbrauch

(165) Empfehlungsgrad C.
Frauen mit Schizophrenie sind einem erhöhten Risiko von sexuellem und anderem Missbrauch ausgesetzt. Bei Hinweisen auf Missbrauch sollte eine adäquate Behandlung angeboten werden.

Quelle: www.uni-duesseldorf.de

Verfahren zur Konsensbildung:

Methodik:
Angaben zur Methodik und zur Konsensusfindung sind im Methodikteil der gedruckten Langfassung zu finden.

Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Koordination:
Leitlinienprojektgruppe
Profs Gaebel W und Falkai P
Drs Wobrock T und Weinmann D

Kontaktadresse (Leitliniensekretariat):
Prof. Dr. Peter Falkai
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str.5
37075 Göttingen
E-mail: Peter.Falkai@medizin.uni-goettingen.de

Erstellungsdatum:
10/1998
Letzte Überarbeitung:
11/2005
Nächste Überprüfung geplant:
11/2008, verlängert bis 11/2010


Copyright A. Knoblauch / | info@denkausbruch.de

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