Magazin Denkausbruch


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Praxis-Leitlinie

7.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Beratung von Frauen mit Schizophrenie

(152) Good Clinical Practice.
Für Frauen mit chronischer Schizophrenie, die sich im reproduktiven Alter befinden, sollten Familienplanungs- und -beratungsmaßnahmen, Aufklärung über HIV-Übertragungswege und Informationen über die Früherkennung von Schwangerschaften angeboten und gegebenenfalls vom behandelnden Psychiater in die Wege geleitet werden.

Risikofaktoren in der Schwangerschaft

(153) Good Clinical Practice.
Bei schwangeren Frauen mit Schizophrenie sollte eine aktive Beratung mit dem Ziel der Reduktion oder Vermeidung von Rauchen, Alkoholgenuss oder Drogenkonsum erfolgen. Die Stabilität der Familie und des sozialen Netzes sollte eingeschätzt und gegebenenfalls Unterstützungssysteme mobilisiert werden. Psychotrope Medikation in der Schwangerschaft

(154) Empfehlungsgrad C.
Die Behandlung mit psychotropen Medikamenten in der Schwangerschaft sollte auf Situationen beschränkt sein, bei denen die Folgen der medikamentös unbehandelten Erkrankung die möglichen Gefahren der kindlichen Medikamenten-Exposition überwiegen. Hierbei sollten die Schwere der Symptome, der bisherige Krankheitsverlauf und das soziale Netz berücksichtigt werden.

Dosierung in der Schwangerschaft

(155) Empfehlungsgrad C.
In der Schwangerschaft sollte generell die niedrigst mögliche Dosis von Antipsychotika, unter der eine psychische Stabilität erreichbar ist, verwendet werden.

Absetzen der Medikation in der Schwangerschaft

(156) Empfehlungsgrad B.
Ein abruptes Absetzen antipsychotischer Medikation bei Vorliegen einer Schwangerschaft sollte aufgrund der erhöhten Rezidivgefahr vermieden werden. Bei der Entscheidung für ein Absetzen der antipsychotischen Therapie sollte schrittweise und kontrolliert reduziert werden.

Phenothiazine in der Schwangerschaft

(157) Empfehlungsgrad C.
Während der Schwangerschaft, insbesondere jedoch während des ersten Trimesters, sollten keine Phenothiazine gegeben werden.

Gewichtszunahme und Diabetes bei Antipsychotika

(158) Empfehlungsgrad C.
Aufgrund der erhöhten Gefahr von Gewichtszunahme und Diabetes und des erhöhten Anfalls- und Agranulozytose-Risikos bei Clozapin sollte, wenn möglich, eine Clozapintherapie in der Schwangerschaft vermieden werden.

Stillen bei Therapie mit Antipsychotika

(159) Empfehlungsgrad C.
Aufgrund unzureichender "Evidenz" für eine Unbedenklichkeit kann Müttern, die Antipsychotika erhalten, nicht empfohlen werden, ihr Kind zu stillen.

Quelle: www.uni-duesseldorf.de

Verfahren zur Konsensbildung:

Methodik:
Angaben zur Methodik und zur Konsensusfindung sind im Methodikteil der gedruckten Langfassung zu finden.

Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Koordination:
Leitlinienprojektgruppe
Profs Gaebel W und Falkai P
Drs Wobrock T und Weinmann D

Kontaktadresse (Leitliniensekretariat):
Prof. Dr. Peter Falkai
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str.5
37075 Göttingen
E-mail: Peter.Falkai@medizin.uni-goettingen.de

Erstellungsdatum:
10/1998
Letzte Überarbeitung:
11/2005
Nächste Überprüfung geplant:
11/2008, verlängert bis 11/2010


Copyright A. Knoblauch / | info@denkausbruch.de

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