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Praxis-Leitlinie
7.5 Somatische Komormidität
Berücksichtigung somatischer Erkrankungen
(144) Good Clinical Practice.
Bei der Behandlung der Schizophrenie sollte eine besondere Sensibilität für somatische Erkrankungen vorhanden sein, eine adäquate Diagnostik somatischer Erkrankungen erfolgen und Überweisungen in somatische Fachabteilungen und Konsile nicht aufgrund psychischer Symptome verzögert werden. Für die medikamentöse Therapie somatischer Erkrankungen bei der Schizophrenie sind eine gute Kenntnis der Nebenwirkungen und Interaktionen der eingesetzten Medikamente wichtig.
Diabetes-Screening
(145) Empfehlungsgrad C.
Bei der Therapiekontrolle im Rahmen der Behandlung der Schizophrenie, vor allem bei Therapie mit einem atypischen Antipsychotikum, sollte in regelmäßigen Abständen von maximal 1 Jahr, insbesondere jedoch während des ersten halben Jahres der Behandlung, bei allen Patienten ein Diabetes-Screening durchgeführt werden.
Diabetes-Screening bei Therapie mit Clozapin und Olanzapin
(146) Empfehlungsgrad C.
Bei Behandlung mit Clozapin oder Olanzapin ist ein regelmäßiges Diabetes-Screening obligat.
Vorgehen bei Diabetes
(147) Empfehlungsgrad C.
Bei Vorliegen eines Diabetes mellitus sollte eine Stufentherapie nach aktuellen "evidenz"basierten Diabetes-Leitlinien erfolgen. Außerdem sollte bei Antipsychotika- induziertem Diabetes eine Umstellung der antipsychotischen Therapie oder eine Dosisreduktion erwogen werden.
Vorgehen bei Übergewicht
(148) Empfehlungsgrad C.
Bei übergewichtigen Patienten sollte zu Therapiebeginn und im weiteren Verlauf eine Ernährungsberatung und -therapie mit dem Ziel einer hypokalorischen Kost und einer Anleitung zu vermehrter körperlicher Bewegung durchgeführt werden.
Antipsychotika bei kardialen Erkrankungen
(149) Empfehlungsgrad C.
Bei kardial erkrankten Menschen sollten nur Psychopharmaka gegeben werden, die keine wesentlichen kardialen Nebenwirkungen wie eine relevante QT-Verlängerung aufweisen (z. B. Thioridazin, Ziprasidon u. a.), und solche, welche den Blutdruck nicht relevant senken.
Antidepressiva, welche die QT-Zeit verlängern, sind vor allem trizyklische Substanzen.
Antipsychotische Therapie bei somatischen Erkrankungen
(150) Empfehlungsgrad C.
Bei Auftreten einer behandlungsbedürftigen somatischen Erkrankung sollte, sofern keine Verschlechterung durch Nebenwirkungen psychotroper Medikamente zu erwarten sind, die psychopharmakologische Behandlung ohne Unterbrechung fortgesetzt werden.
Dosisreduktion bei Leberzirrhose
(151) Empfehlungsgrad C.
Bei Patienten mit nachgewiesener Leberzirrhose sollte geprüft werden, ob die Dosierung der Antidepressiva und der Antipsychotika aufgrund der höheren Arzneimittelspiegel reduziert (ggf. halbiert) und bei Bedarf vorsichtig aufdosiert werden kann.
Quelle: www.uni-duesseldorf.de
Verfahren zur Konsensbildung:
Methodik:
Angaben zur Methodik und zur Konsensusfindung sind im Methodikteil der gedruckten Langfassung zu finden.
Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
Koordination:
Leitlinienprojektgruppe
Profs Gaebel W und Falkai P
Drs Wobrock T und Weinmann D
Kontaktadresse (Leitliniensekretariat):
Prof. Dr. Peter Falkai
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str.5
37075 Göttingen
E-mail: Peter.Falkai@medizin.uni-goettingen.de
Erstellungsdatum:
10/1998
Letzte Überarbeitung:
11/2005
Nächste Überprüfung geplant:
11/2008, verlängert bis 11/2010