Magazin Denkausbruch


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Praxis-Leitlinie

7.4.1 Depression und Angstsymptomatik

(125) Good Clinical Practice.
Menschen mit Schizophrenie sollten regelmäßig mittels Selbst- und Fremdbeurteilungsskalen auf depressive Symptome befragt und untersucht werden.
Die Diagnose einer schizoaffektiven Störung nach ICD-10 sollte nur dann erfolgen, wenn die Symptome einer Schizophrenie und einer Depression zur gleichen Zeit begonnen haben und eine vergleichbare Ausprägung haben. Falls schizophrene Symptome eindeutig vor den affektiven Symptomen präsent waren, ist die Diagnose einer Schizophrenie zu stellen. Bei Vorliegen synthymer Wahnsymptome oder Halluzinationen während einer Depression sollte keine schizoaffektive Störung diagnostiziert werden.

Vorgehen bei depressiver Symptomatik

(126) Good Clinical Practice.
Bei Vorliegen depressiver Symptome sollte zunächst sichergestellt sein, dass eine antipsychotische Behandlung in ausreichender Dosis erreicht wurde und medikamentöse Nebenwirkungen erfasst und berücksichtigt wurden. Bei Vorliegen von belastenden Nebenwirkungen sollten diese zunächst behandelt oder auf ein atypisches Antipsychotikum umgestellt werden.

Antidepressive Therapie

(127) Empfehlungsgrad A.
Bei persistierenden depressiven Symptomen trotz Optimierung der antipsychotischen Therapie sollte eine zusätzliche medikamentöse antidepressive Therapie begonnen und über mindestens 9 Wochen fortgeführt werden. Bei der Auswahl der Antidepressiva sollte das erhöhte psychotische Exazerbationsrisiko bei Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern und die begrenzte Datenlage zu SSRIs berücksichtigt werden.

Phasenprophylaktika bei depressiver Symptomatik

(128) Empfehlungsgrad B.
Lithium, Carbamazepin oder Valproinsäure können zur Standardtherapie depressiver oder psychotischer Symptomatik bei der Schizophrenie nicht empfohlen werden. Eine Therapie mit Lithium, Carbamazepin oder Valproinsäure kann jedoch bei unzureichender Wirksamkeit adäquater antipsychotischer Therapie und gleichzeitig vorliegender Therapieresistenz der depressiven Symptomatik auf Antidepressiva als Alternative zu Antidepressiva erwogen werden.

Quelle: www.uni-duesseldorf.de

Verfahren zur Konsensbildung:

Methodik:
Angaben zur Methodik und zur Konsensusfindung sind im Methodikteil der gedruckten Langfassung zu finden.

Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Koordination:
Leitlinienprojektgruppe
Profs Gaebel W und Falkai P
Drs Wobrock T und Weinmann D

Kontaktadresse (Leitliniensekretariat):
Prof. Dr. Peter Falkai
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str.5
37075 Göttingen
E-mail: Peter.Falkai@medizin.uni-goettingen.de

Erstellungsdatum:
10/1998
Letzte Überarbeitung:
11/2005
Nächste Überprüfung geplant:
11/2008, verlängert bis 11/2010


Copyright A. Knoblauch / | info@denkausbruch.de

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