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Praxis-Leitlinie
5.4 Familieninterventionen und Zusammenarbeit mit Angehörigen
Einbezug von Angehörigen
(75) Good Clinical Practice.
Angehörige von Patienten mit Schizophrenie sind von der Erkrankung mitbetroffen. Gleichzeitig sind Angehörige langfristig die wichtigste Quelle der sozialen Unterstützung für die Patienten. Angehörige sollten daher in allen Phasen der Erkrankung in die Behandlung einbezogen werden. Wenn dies durch den Patienten abgelehnt wird, sollte im Interesse einer erfolgreichen Behandlung darauf hingearbeitet werden, das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Angehörigen zu stärken. Auch ohne Zustimmung des Patienten sollten in diesem Fall den Angehörigen allgemeine Informationen unter Wahrung der Schweigepflicht gegeben werden.
Familienbetreuung
(76) Empfehlungsstärke A.
Zur Senkung der Rückfallwahrscheinlichkeit sollten geeignete Programme der Familienbetreuung zur Anwendung kommen. Betroffene und ihre Bezugspersonen nehmen hier – insbesondere nach einem Rezidiv oder bei erhöhtem Rezidivrisiko, jedoch auch bei persistierender Symptomatik – gemeinsam an einer Reihe von Familiengesprächen teil. Diese Interventionen sollten von hierfür besonders trainiertem Personal durchgeführt werden.
Einbezug des Betroffenen
(77) Empfehlungsstärke B.
Wenn möglich, sollte der Betroffene in die Familienbetreuungsmaßnahmen miteinbezogen werden.
Dauer der Interventionen
(78) Empfehlungsstärke B.
Die Dauer der Familienbetreuungsmaßnahmen sollte bei wöchentlicher oder zweiwöchentlicher Frequenz mindestens 9 Monate betragen.
Angehörigengruppen
(79) Empfehlungsstärke C.
Angehörigengruppen in Form von Gesprächs- oder Informationsgruppen ohne aktive Einbeziehung der Betroffenen sollten in der Schizophrenie-Behandlung genutzt werden und können der Förderung des Krankheitsverständnisses und der Entlastung der Angehörigen dienen. Sie ersetzen jedoch bei schwer erkrankten Menschen mit schizophrener Psychose keine Familienbetreuungsmaßnahmen.
Quelle: www.uni-duesseldorf.de
Verfahren zur Konsensbildung:
Methodik:
Angaben zur Methodik und zur Konsensusfindung sind im Methodikteil der gedruckten Langfassung zu finden.
Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
Koordination:
Leitlinienprojektgruppe
Profs Gaebel W und Falkai P
Drs Wobrock T und Weinmann D
Kontaktadresse (Leitliniensekretariat):
Prof. Dr. Peter Falkai
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str.5
37075 Göttingen
E-mail: Peter.Falkai@medizin.uni-goettingen.de
Erstellungsdatum:
10/1998
Letzte Überarbeitung:
11/2005
Nächste Überprüfung geplant:
11/2008, verlängert bis 11/2010