Magazin Denkausbruch


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Praxis-Leitlinie

5.2 Psychoedukation

Adäquate Information

(66) Good Clinical Practice.
Jeder Betroffene mit einer schizophrenen Erkrankung hat ein Recht darauf, Informationen zu seiner Erkrankung und den verschiedenen Behandlungsalternativen vermittelt zu bekommen. Die Informiertheit des Patienten ist Grundlage kooperativer klinischer Entscheidungsfindung und Voraussetzung gesundungsförderlichen Verhaltens.


Faktoren, die mit einer Ablehnung der empfohlenen Medikation verbunden werden, sind:


  • Produktive psychotische Symptome und Denkstörungen
  • Primäre und sekundäre depressive Symptomatik
  • Kognitive Beeinträchtigung
  • Niedriger sozioökonomischer Status
  • Herkunftsland und Migrationsstatus
  • Einstellungen zur Medikation und zum Versorgungssystem und
  • Vorhandensein medikamentöser Nebenwirkungen.


Informationsvermittlung

(67) Cood Clinical Practice.
Psychoedukative Interventionen in Gruppen stellen eine gleichzeitig patientenorientierte und ökonomische Möglichkeit der Informationsvermittlung dar.


Psychoedukation

(68) Empfehlungsgrad B.
Zur Optimierung der Rückfallverhütung sollten psychoedukative Interventionen mit geeigneten kognitiv-verhaltenstherapeutischen Elementen kombiniert werden. Dies kann in Einzelbehandlungen, Gruppeninterventionen oder als Familienbetreuung geschehen. Die Behandlung sollte einem Manual folgen und von speziell trainiertem Personal durchgeführt werden.


Zu berücksichtigende Faktoren bei psychoedukativen Verfahren

(69) Empfehlungsgrad B.
Bei der Vermittlung von Informationen über schizophrene Psychosen sollte berücksichtigt werden, dass Betroffene als Folge des Wissens um den Krankheitsverlauf eine erhöhte Suizidalität aufweisen können. Deswegen sollte auf eine begleitende depressive Verstimmung geachtet werden.

Quelle: www.uni-duesseldorf.de

Verfahren zur Konsensbildung:

Methodik:
Angaben zur Methodik und zur Konsensusfindung sind im Methodikteil der gedruckten Langfassung zu finden.

Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Koordination:
Leitlinienprojektgruppe
Profs Gaebel W und Falkai P
Drs Wobrock T und Weinmann D

Kontaktadresse (Leitliniensekretariat):
Prof. Dr. Peter Falkai
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen
Von-Siebold-Str.5
37075 Göttingen
E-mail: Peter.Falkai@medizin.uni-goettingen.de

Erstellungsdatum:
10/1998
Letzte Überarbeitung:
11/2005
Nächste Überprüfung geplant:
11/2008, verlängert bis 11/2010


Copyright A. Knoblauch / | info@denkausbruch.de

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